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Einsatz von cloud-plattformen im b2b: von der insellösung zum digitalen ökosystem im unternehmen

Einsatz von cloud-plattformen im b2b: von der insellösung zum digitalen ökosystem im unternehmen

Einsatz von cloud-plattformen im b2b: von der insellösung zum digitalen ökosystem im unternehmen

Warum Cloud-Plattformen im B2B gerade jetzt zum Gamechanger werden

Vor einigen Jahren saß ich mit einem mittelständischen Maschinenbauer am Tisch. Der Geschäftsführer schob mir drei Ausdrucke hin: CRM, ERP, Service-Tool. Drei unterschiedliche Reports, drei unterschiedliche Wahrheiten. „Herr Hoffmann, wir haben alles digitalisiert – und trotzdem weiß ich nie, welcher Zahl ich trauen soll.“

Das ist der Klassiker: viele gute Einzellösungen, aber kein gemeinsames Bild. Genau an dieser Stelle kommen moderne Cloud-Plattformen ins Spiel. Sie versprechen, aus isolierten Anwendungen ein digitales Ökosystem zu machen, in dem Daten fließen, Prozesse ineinandergreifen und neue Geschäftsmodelle überhaupt erst möglich werden.

Die Frage ist nicht mehr, ob Unternehmen Cloud-Plattformen einsetzen sollten, sondern wie – und mit welcher Ambition. Bleiben sie beim Flickenteppich oder nutzen sie die Chance, ihr B2B-Geschäft grundlegend neu zu denken?

Von der Insellösung zum Ökosystem: Was sich wirklich ändert

Viele Unternehmen starten mit Cloud, weil sie ein konkretes Problem lösen wollen: ein neues CRM, ein Ticketing-System, ein Tool für Marketing-Automation. Das ist pragmatisch – aber oft bleibt es beim „digitalen Inselarchipel“: viele Tools, wenig Integration.

Der entscheidende Schritt ist der Wechsel in eine Plattformlogik. Drei Unterschiede sind zentral:

Eine Cloud-Plattform ist also weniger „eine große Software“ und mehr ein Betriebssystem für Ihr Geschäftsmodell. Sie schafft den Rahmen, um Lösungen modular zu kombinieren, neue Services schnell zu testen und Partner anzubinden.

Typische Startpunkte – und warum sie oft in Sackgassen enden

In der Praxis begegne ich drei typischen Einstiegen in die Cloud-Welt:

Diese Einstiege sind nicht falsch, aber sie bergen ein Risiko: Man optimiert lokal und verkompliziert gleichzeitig die Gesamtarchitektur. Spätestens wenn das Management die Frage stellt: „Können wir unseren Kunden einen 360°-Blick anbieten?“, wird der Flickenteppich sichtbar.

Der Ausweg ist, früh eine Plattform-Roadmap mitzudenken: Wo wollen wir in drei bis fünf Jahren stehen? Welche Kernsysteme sollen die Plattform bilden? Welche Daten sind unternehmensweit relevant?

Was eine echte B2B-Cloud-Plattform ausmacht

Nicht jede Cloud-Lösung ist automatisch eine Plattform. Im B2B-Umfeld haben sich ein paar Kriterien als besonders wichtig erwiesen:

Ein Beispiel aus einem Kundenprojekt: Ein Großhändler im technischen Handel hat seine Produktdaten, Angebote, Bestellungen und Service-Tickets auf einer gemeinsamen Plattform zusammengeführt. Plötzlich wurde möglich, was vorher undenkbar schien:

Nichts davon ist „magisch“ – es ist schlicht das Ergebnis einer Plattform, die Daten und Prozesse orchestriert.

Vom internen Werkzeug zum digitalen Ökosystem

Spannend wird es, wenn die Cloud-Plattform nicht mehr nur intern gedacht wird, sondern als Ökosystem-Plattform für Kunden, Lieferanten und Partner.

Ein paar konkrete Szenarien aus dem B2B-Alltag:

Ein mittelständischer Komponentenhersteller, mit dem ich gearbeitet habe, hat genau so begonnen: Zuerst ein internes CRM in der Cloud, dann ein Portal für Großkunden, später die Integration erster IoT-Daten. Der Wendepunkt kam, als ein Kunde sagte: „Wir planen unsere Produktion inzwischen nach den Daten aus Ihrem Portal.“ Ab diesem Moment war klar: Die Plattform ist nicht mehr nur IT-Infrastruktur, sie ist Teil der Wertschöpfung des Kunden.

Die größten Stolpersteine – und wie Sie sie umgehen

Natürlich ist der Weg von der Insellösung zum Ökosystem kein Spaziergang. Es gibt ein paar Stolpersteine, die mir in Projekten immer wieder begegnen:

Was funktioniert stattdessen? Bewährt haben sich ein paar Leitprinzipien:

Wie Sie den Wandel zur Plattform schrittweise angehen

Viele Entscheider fragen an diesem Punkt: „Wo fangen wir an, ohne das Tagesgeschäft zu sprengen?“ Die Antwort liegt in einer schrittweisen, aber konsequenten Vorgehensweise. Ein mögliches Vorgehensmodell:

Wichtig: Eine Plattformtransformation ist kein typisches „IT-Projekt mit Enddatum“. Sie ist ein laufendes Programm, das sich an Markt, Technologie und Kundenerwartungen anpasst. Wer das akzeptiert, nimmt sich den Druck, „alles gleich perfekt machen zu müssen“ – und schafft Raum für Lernen.

Worauf es bei der Auswahl eines Plattformpartners wirklich ankommt

Die Frage nach der „richtigen“ Plattform ist heikel – und sie wird oft zu früh gestellt. Wenn Use Cases, Datenmodell und Zielbild klar sind, fällt die Auswahl deutlich leichter. Ein paar Kriterien, die im B2B-Kontext besonderes Gewicht haben:

Aus der Praxis weiß ich: Die perfekte Plattform gibt es nicht. Entscheidend ist, ob Sie mit dem Anbieter eine gemeinsame Lernkurve gehen können – technologisch, organisatorisch und kulturell.

Was sich im Unternehmen verändert – über die IT hinaus

Der Einsatz von Cloud-Plattformen im B2B ist am Ende kein IT-Thema, sondern ein Thema der Unternehmensführung. Drei Beobachtungen aus Projekten:

Gleichzeitig verschieben sich Verantwortlichkeiten: Wer „besitzt“ den Kunden? Wer entscheidet über Datenfreigaben? Wer darf neue Funktionen auf der Plattform ausrollen? Wer trägt die P&L-Verantwortung für digitale Services? Diese Fragen sind oft unangenehmer als jede Technologiediskussion – aber sie sind der Dreh- und Angelpunkt für den Erfolg.

Jetzt handeln – aber mit kühlem Kopf

Viele Mittelständler spüren gerade einen zunehmenden Druck: Kunden erwarten digitale Services, Wettbewerber gehen mit Plattformansätzen voran, große Cloud-Anbieter werben aggressiv um Aufmerksamkeit. Der Reflex „Wir müssen schnell etwas in die Cloud bringen“ ist verständlich – aber gefährlich, wenn er ungezielt bleibt.

Sinnvoller ist ein balancierter Ansatz:

Wenn es Ihnen gelingt, aus Ihren bisherigen Cloud-Inseln Schritt für Schritt ein integriertes digitales Ökosystem zu formen, entsteht etwas, das weit über Effizienz hinausgeht: ein Geschäftsmodell, das näher am Kunden, anpassungsfähiger und innovationsfähiger ist als das, was Sie heute kennen.

Und vielleicht sitzen Sie in ein paar Jahren mit einem Kunden am Tisch, legen ihm Ihr Portal oder Ihre Plattform aufs Tablet – und er sagt: „Ehrlich gesagt, wir könnten unser Geschäft ohne Ihre Plattform kaum noch so führen.“ Spätestens dann wissen Sie: Die Reise von der Insellösung zum digitalen Ökosystem hat sich gelohnt.

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