„Best regards“ gehört zu den bekanntesten englischen Grußformeln im geschäftlichen E-Mail-Verkehr. Viele verwenden sie automatisch – am Ende jeder Nachricht, unabhängig davon, ob sie an einen langjährigen Geschäftspartner, eine neue Kundin oder einen internen Kollegen schreiben. Das ist verständlich. Die Formulierung wirkt professionell, freundlich und international verständlich.
Doch genau hier liegt die kleine Falle: „Best regards“ passt nicht in jede Situation. Je nach Beziehung, Anlass und kulturellem Kontext kann die Grußformel zu distanziert, zu vertraut oder schlicht unpassend wirken. Wer seine geschäftlichen E-Mails souverän formulieren möchte, sollte deshalb nicht nur auf den Inhalt der Nachricht achten, sondern auch auf die letzten zwei Wörter.
In meiner Beratung erlebe ich immer wieder, dass Unternehmen viel Zeit in Präsentationen, Angebote und Vertriebsprozesse investieren – und dann eine wichtige Kundenmail mit „Kind regards“, „Best regards“ oder einem saloppen „Cheers“ beenden, ohne über die Wirkung nachzudenken. Dabei entscheidet der Abschluss oft darüber, welcher Eindruck beim Empfänger hängen bleibt.
Was bedeutet „Best regards“ genau?
Wörtlich lässt sich „Best regards“ mit „beste Grüße“ oder „mit besten Grüßen“ übersetzen. Im Englischen ist die Formulierung eine höfliche, professionelle Grußformel für E-Mails und Briefe. Sie liegt zwischen einem neutralen und einem persönlichen Abschluss.
Die Formulierung signalisiert:
- Respekt gegenüber dem Empfänger
- eine professionelle Grundhaltung
- eine gewisse persönliche Wärme
- Distanz, ohne kühl zu wirken
Im internationalen Geschäftsverkehr ist „Best regards“ deshalb ein sicherer Standard. Besonders gut passt die Grußformel, wenn bereits ein professioneller Kontakt besteht, aber noch keine enge persönliche Beziehung entstanden ist.
Ein Beispiel: Sie schreiben einem potenziellen Kunden nach einem ersten Kennenlerngespräch. Die Kommunikation war freundlich und konstruktiv, aber beide Seiten bleiben zunächst beim Sie oder bei einer formellen Ansprache. In diesem Fall ist „Best regards“ eine passende Wahl.
Weniger geeignet ist die Formel, wenn eine E-Mail sehr formell, sehr persönlich oder bewusst locker gehalten sein soll. Sprache ist schließlich kein Bausteinkasten, bei dem jedes Element immer und überall funktioniert.
„Best regards“ im Vergleich zu anderen Grußformeln
Die Unterschiede zwischen englischen Grußformeln sind auf den ersten Blick klein. In der Wirkung können sie jedoch deutlich ausfallen. Ein kurzer Überblick hilft bei der Auswahl.
Kind regards
„Kind regards“ entspricht ungefähr „freundliche Grüße“. Die Formel wirkt etwas höflicher und formeller als „Best regards“. Sie ist besonders nützlich, wenn Sie zum ersten Mal mit jemandem schreiben oder eine respektvolle Distanz wahren möchten.
Typische Situation: Sie antworten auf eine Anfrage eines Unternehmens, kennen die Ansprechperson aber noch nicht persönlich. „Kind regards“ wirkt verbindlich, ohne übertrieben förmlich zu sein.
Best regards
„Best regards“ ist professionell, freundlich und vielseitig. Die Grußformel passt zu Kunden, Lieferanten, Geschäftspartnern und Kollegen. Sie eignet sich sowohl für eine kurze Terminbestätigung als auch für eine ausführlichere Abstimmung.
Mit anderen Worten: Wenn Sie unsicher sind, ist „Best regards“ häufig eine gute Standardlösung – vorausgesetzt, die gesamte E-Mail ist ebenfalls auf Englisch formuliert.
Warm regards
„Warm regards“ bedeutet sinngemäß „herzliche Grüße“. Die Formulierung ist persönlicher und emotionaler. Sie passt zu Geschäftspartnern, mit denen bereits Vertrauen entstanden ist, oder zu einer Nachricht, in der Sie sich ausdrücklich bedanken oder Anteilnahme zeigen.
Für eine erste geschäftliche Kontaktaufnahme wäre „Warm regards“ meist zu persönlich. Bei einer langjährigen Zusammenarbeit kann die Formel hingegen sehr angemessen sein.
Regards
„Regards“ ist kurz und neutral. Genau deshalb wirkt die Formulierung manchmal etwas kühl oder knapp. In einer sachlichen Kommunikation kann sie funktionieren. Wenn Sie jedoch eine Beziehung aufbauen oder einen Kunden freundlich begleiten möchten, sind „Best regards“ oder „Kind regards“ meist die bessere Wahl.
Yours sincerely und Yours faithfully
Diese Grußformeln gehören eher in formelle Briefe als in moderne Geschäftse-Mails. „Yours sincerely“ wird im britischen Englisch verwendet, wenn der Name des Empfängers bekannt ist. „Yours faithfully“ folgt traditionell auf eine Anrede wie „Dear Sir or Madam“.
Im alltäglichen internationalen E-Mail-Verkehr wirken beide Varianten häufig etwas steif. Für offizielle Schreiben, Bewerbungen oder juristisch geprägte Kommunikation können sie dennoch sinnvoll sein.
Best
„Best“ ist eine verkürzte Form von „Best regards“. Sie ist in der amerikanischen Geschäftskommunikation weit verbreitet und wirkt unkompliziert. In einem lockeren, bereits etablierten Kontakt kann „Best“ sehr passend sein.
Bei einem Erstkontakt mit einem konservativen Unternehmen würde ich allerdings eher zu „Best regards“ oder „Kind regards“ greifen. Ein Wort weniger ist nicht automatisch professioneller.
Wann „Best regards“ besonders gut passt
Die Grußformel eignet sich vor allem in Situationen, in denen Professionalität und persönliche Zugänglichkeit miteinander verbunden werden sollen. Dazu zählen beispielsweise:
- Antworten auf Kundenanfragen
- Terminabstimmungen mit Geschäftspartnern
- Follow-up-E-Mails nach einem Meeting
- Versand von Angeboten oder Präsentationen
- Projektabstimmungen mit internationalen Teams
- Nachrichten an Kontakte, zu denen bereits ein regelmäßiger Austausch besteht
Ein typischer Abschluss könnte so aussehen:
Best regards
Bernd Hoffmann
Oder etwas persönlicher:
Thank you for your time today. I look forward to our next conversation.
Best regards
Bernd Hoffmann
Wichtig ist, dass die Grußformel zur vorherigen Nachricht passt. Wer sich im Text sehr distanziert ausdrückt und am Ende „Warm regards“ schreibt, erzeugt einen kleinen stilistischen Bruch. Umgekehrt wirkt „Best regards“ nach einer besonders persönlichen Nachricht manchmal überraschend nüchtern.
Die passende Grußformel zum Anlass wählen
Ein häufiger Fehler besteht darin, jede E-Mail mit derselben Signatur abzuschließen. Das spart zwar einige Sekunden, verschenkt aber eine kommunikative Chance. Der Anlass sollte die Auswahl beeinflussen.
Bei einer ersten Kontaktaufnahme: „Kind regards“ oder „Best regards“ sind sichere Optionen. Beide Formulierungen zeigen Respekt und Professionalität.
Nach einem erfolgreichen Gespräch: „Best regards“ passt gut. Wenn das Gespräch besonders angenehm und persönlich war, kann auch „Warm regards“ funktionieren.
Bei einer Beschwerde oder schwierigen Abstimmung: Bleiben Sie neutral. „Kind regards“ wirkt höflich und deeskalierend. Eine sehr persönliche Grußformel könnte in diesem Kontext unpassend sein.
Bei einer kurzen internen Nachricht: „Best“ oder sogar der eigene Name können ausreichen, sofern die Unternehmenskultur dies zulässt.
Nach einer Absage: „Best regards“ hält den Ton professionell und respektvoll. Gerade wenn eine spätere Zusammenarbeit möglich bleiben soll, sollten Sie nicht unnötig distanziert wirken.
Bei einem Dankeschön: „Warm regards“ kann die Wertschätzung unterstreichen. Alternativ bleibt „Best regards“ die sichere, sachliche Variante.
Britisches und amerikanisches Englisch: Gibt es Unterschiede?
Im britischen und amerikanischen Englisch werden Grußformeln teilweise unterschiedlich empfunden. Die Unterschiede sind nicht dramatisch, aber im internationalen Geschäftsverkehr lohnt sich ein Blick auf die sprachliche Umgebung des Empfängers.
„Best regards“ ist in beiden Varianten problemlos verwendbar. Auch „Kind regards“ ist international etabliert. Amerikanische Geschäftskommunikation ist häufig etwas direkter und lockerer. Dort sind „Best“ oder „Thanks“ am Ende einer E-Mail relativ üblich.
Im britischen Umfeld wird traditionell etwas stärker zwischen formellen und informellen Formulierungen unterschieden. „Kind regards“ wirkt dort oft besonders passend, wenn der Kontakt noch nicht vertraut ist.
Die beste Orientierung liefert die Kommunikation des Gegenübers. Antwortet die Geschäftspartnerin regelmäßig mit „Best“, können Sie diese Lockerheit übernehmen. Verwendet sie stets „Kind regards“, ist es sinnvoll, einen ähnlichen Ton beizubehalten. Das bedeutet nicht, dass Sie jedes Detail kopieren müssen. Es zeigt jedoch, dass Sie aufmerksam kommunizieren.
Typische Fehler bei „Best regards“
Die Grußformel selbst ist selten das Problem. Meist entsteht die unprofessionelle Wirkung durch den Zusammenhang.
Fehler 1: Englische Grußformel in einer deutschen E-Mail
Wenn der gesamte Austausch auf Deutsch stattfindet, wirkt „Best regards“ oft wie ein automatisch eingefügtes Element. In einem internationalen Unternehmen kann das akzeptabel sein. Bei einem rein deutschsprachigen Kundenkontakt sind „Beste Grüße“ oder „Mit freundlichen Grüßen“ meist stimmiger.
Fehler 2: Zu persönliche Formulierungen bei unbekannten Kontakten
„Warm regards“ oder „All the best“ können freundlich gemeint sein, aber bei einer ersten geschäftlichen Nachricht zu vertraut wirken. Nähe lässt sich nicht erzwingen – auch nicht mit einer besonders herzlichen Grußformel.
Fehler 3: Wechselnde Grußformeln ohne erkennbaren Grund
Wenn Sie heute „Best regards“, morgen „Cheers“ und übermorgen „Yours faithfully“ verwenden, kann beim Empfänger ein uneinheitlicher Eindruck entstehen. Variieren ist erlaubt, sollte aber zum Anlass passen.
Fehler 4: Eine unvollständige Signatur
„Best regards“ ohne Namen wirkt wie eine vergessene letzte Zeile. Im geschäftlichen Kontext gehören mindestens der vollständige Name und – je nach Situation – die wichtigsten Kontaktdaten darunter.
Fehler 5: „Best regards“ nach einer unhöflichen Nachricht
Keine Grußformel kann einen aggressiven oder herablassenden Ton retten. Wenn eine E-Mail mit „You should have known this already“ endet, macht „Best regards“ die Nachricht nicht plötzlich freundlich. Der gesamte Text muss zur gewünschten Beziehung passen.
So wirkt der gesamte E-Mail-Abschluss professionell
Ein guter E-Mail-Abschluss besteht nicht nur aus der Grußformel. Er führt den Inhalt sauber zu Ende und gibt dem Empfänger Orientierung.
Ein wirkungsvoller Aufbau kann so aussehen:
- kurze Zusammenfassung oder nächster Schritt
- gegebenenfalls ein Dankeschön
- Hinweis auf die erwartete Rückmeldung
- Grußformel
- Name und Signatur
Beispiel:
Thank you for sharing the updated figures. I will review them and send you my feedback by Friday.
Best regards
Bernd Hoffmann
Oder bei einer Terminabstimmung:
Tuesday at 10 a.m. works well for me. I look forward to speaking with you.
Best regards
Bernd Hoffmann
Der Empfänger weiß sofort, was als Nächstes passiert. Genau das ist im B2B-Umfeld entscheidend. Freundlichkeit ist wichtig, aber Verbindlichkeit schafft Vertrauen.
„Best regards“ in automatisierten Signaturen
Viele Unternehmen nutzen zentrale E-Mail-Signaturen mit Logo, Adresse, Telefonnummer und rechtlichen Hinweisen. Das ist sinnvoll, insbesondere bei größeren Teams. Trotzdem sollte die Grußformel nicht vollständig aus dem Blick verschwinden.
Eine feste Signatur kann „Best regards“ enthalten. Besser ist jedoch, wenn die Grußformel im eigentlichen Nachrichtentext steht und die Signatur darunter beginnt. So bleibt der Abschluss flexibel und kann an den Anlass angepasst werden.
Beispiel:
Best regards
Bernd Hoffmann
Bernd Hoffmann
Strategy Consultant
Telefon: +49 …
E-Mail: …
Wenn mehrere Mitarbeitende dieselbe Vorlage verwenden, sollten Unternehmen klare Empfehlungen definieren: Welche Grußformeln sind erwünscht? Wie persönlich darf die Kommunikation sein? Wann wird auf Englisch und wann auf Deutsch geschrieben? Solche kleinen Standards helfen besonders neuen Teammitgliedern.
Eine praktische Entscheidungshilfe
Wenn Sie vor dem Absenden unsicher sind, stellen Sie sich drei kurze Fragen:
- Wie vertraut bin ich mit der Person?
- Wie formell ist der Anlass?
- Welchen Ton verwendet mein Gegenüber?
Für einen neuen Kontakt wählen Sie „Kind regards“ oder „Best regards“. Bei einer regelmäßigen, professionellen Zusammenarbeit ist „Best regards“ meistens ideal. Bei einem vertrauten Kontakt können „Warm regards“, „Best“ oder „All the best“ passen.
Und wenn die E-Mail auf Deutsch geschrieben ist? Dann darf die Grußformel ebenfalls deutsch sein. „Beste Grüße“ klingt nicht weniger professionell, nur weil sie nicht aus dem Englischen stammt. Entscheidend ist, dass Sprache, Beziehung und Anlass zusammenpassen.
Der kleine Unterschied mit großer Wirkung
„Best regards“ ist eine verlässliche Grußformel für den internationalen Geschäftsverkehr. Sie wirkt professionell, freundlich und ausreichend neutral. Ihre Stärke liegt gerade darin, dass sie in vielen Situationen funktioniert – aber nicht in jeder automatisch die beste Wahl ist.
Wer die Nuancen zwischen „Best regards“, „Kind regards“, „Warm regards“ und anderen Formulierungen kennt, kommuniziert bewusster. Das kostet kaum zusätzliche Zeit. Es zeigt dem Empfänger jedoch, dass die Nachricht nicht einfach durch einen Standardprozess gelaufen ist.
Mein persönlicher Rat: Verwenden Sie „Best regards“ als solide Basis, aber lassen Sie den Kontext mitentscheiden. Geschäftliche Beziehungen entstehen nicht nur durch große Präsentationen oder strategische Gespräche. Oft sind es die kleinen Signale am Rand einer E-Mail, die Professionalität und menschliche Nähe miteinander verbinden.
