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Customer-journey-mapping im b2b: so identifizieren sie erfolgskritische touchpoints entlang des gesamten sales-funnels

Customer-journey-mapping im b2b: so identifizieren sie erfolgskritische touchpoints entlang des gesamten sales-funnels

Customer-journey-mapping im b2b: so identifizieren sie erfolgskritische touchpoints entlang des gesamten sales-funnels

Warum Customer-Journey-Mapping im B2B kein „Nice-to-have“ mehr ist

Wenn Sie heute im B2B noch ohne klares Verständnis der Customer Journey verkaufen, gleichen Sie einem Vertriebsteam im Dunkeln: viel Bewegung, wenig Treffer. Märkte sind transparent, Buying-Center werden größer, und Ihre Ansprechpartner sind besser informiert als je zuvor. Wer die Reise seiner Kunden nicht kennt, wird an den falschen Stellen brillieren – und an den entscheidenden Touchpoints unsichtbar bleiben.

Genau hier setzt Customer-Journey-Mapping (CJM) an. Richtig gemacht, hilft es Ihnen, die erfolgskritischen Kontaktpunkte entlang des gesamten Sales-Funnels zu identifizieren – vom ersten anonymen Website-Besuch bis zur langfristigen Partnerschaft.

Was Customer-Journey-Mapping im B2B wirklich bedeutet

Customer-Journey-Mapping wird oft mit hübschen bunten Postern verwechselt, die nach dem Workshop im Schrank verschwinden. Im Kern ist es aber etwas anderes:

Es ist eine strukturierte Methode, um systematisch zu verstehen,

Im B2B geht es dabei weniger um Emotionen à la „Feel-Good-Moment“ und mehr um Risiko, Vertrauen und interne Legitimation: „Kann ich diese Entscheidung vor meinem Chef und meinen Kollegen vertreten?“

Warum die B2B-Customer-Journey anders tickt als im B2C

Viele Frameworks stammen aus der B2C-Welt. Im B2B greifen sie nur bedingt, denn:

Ein praxisnahes Journey-Mapping muss diese Komplexität abbilden, ohne im Detail zu ertrinken. Ziel ist nicht Perfektion, sondern Handlungsfähigkeit.

Grundstruktur: Der B2B-Sales-Funnel als Reisegerüst

Um nicht im theoretischen Nebel zu landen, lohnt es sich, den klassischen Funnel als Grundgerüst zu nutzen und ihn mit echter Journey-Perspektive zu füllen:

In jedem dieser Schritte gibt es einige wenige Touchpoints, bei denen Sie die Reise aktiv beeinflussen können – und andere, bei denen Sie im Hintergrund wirken (z. B. mit Content oder Referenzen).

Schritt-für-Schritt: Wie Sie Ihre B2B-Customer-Journey pragmatisch mappen

Sie brauchen kein sechsmonatiges Großprojekt. Drei gut vorbereitete Workshops reichen oft für eine erste, nutzbare Version.

1. Use-Case und Zielkunden eingrenzen

Versuchen Sie nicht, alle Kunden und alle Produkte gleichzeitig abzubilden. Starten Sie fokussiert:

2. Persona- und Rollenbild im Buying Center klären

Im B2B haben wir nicht „den Kunden“, sondern Rollen:

Für jede dieser Rollen: Welche Ziele, Ängste und Erfolgsfaktoren haben sie in den einzelnen Phasen?

3. Phasen entlang des Funnels definieren

Nutzen Sie den oben skizzierten Funnel und schärfen Sie ihn für Ihr Geschäft. Manche Unternehmen brauchen eine zusätzliche Phase „Interne Abstimmung beim Kunden“ – und stellen überrascht fest, wie viel dort verloren geht.

4. Touchpoints sammeln – aus Sicht des Kunden

Jetzt wird es konkret. Fragen Sie pragmatisch: Wo kommen Kunde und Anbieter realistisch in Kontakt? Beispiele:

Wichtig: Denken Sie auch an die Touchpoints, die ohne Ihr aktives Zutun stattfinden, z. B. Bewertungen auf Plattformen, Gespräche mit Bestandskunden oder Empfehlungen von Partnern.

5. Emotionen, Hürden und Informationsbedarfe markieren

Jetzt kommt die Perspektivwechsel-Arbeit, die viele Teams gern überspringen – und genau dort verschenken sie Potenzial. Für jeden Schritt und jede Rolle:

6. Erfolgskritische Touchpoints identifizieren

Nicht jeder Kontaktpunkt ist gleich wichtig. Fokus auf die Stellen, an denen

Genau diese Touchpoints sind strategisch relevant – und verdienen gezielte Optimierung.

Erfolgskritische Touchpoints entlang des Funnels – worauf Sie besonders achten sollten

Awareness: Der erste Eindruck zählt – auch, wenn er anonym ist

Hier ist der Kunde oft noch „inkognito“ unterwegs. Typische kritische Touchpoints:

Fehler, den ich in vielen Unternehmen sehe: Inhalte werden aus der Innensicht geschrieben („Unsere Lösung kann…“), statt aus der Kundensicht („So lösen andere Ihr Problem…“).

Consideration: Vom Interesse zum ernsthaften Projekt

In dieser Phase entscheidet sich, ob aus einem „interessant“ ein „wir sollten das mal ernsthaft prüfen“ wird. Kritische Touchpoints:

Besonders heikel: der Moment, in dem Ihr interner Champion versucht, das Thema bei seinen Kollegen zu platzieren. Unterstützen Sie ihn mit klaren Unterlagen, Argumentationshilfen und ggf. einem kurzen Video oder One-Pager?

Evaluation: Die Nagelprobe – hier werden Sie wirklich verglichen

Jetzt geht es ins Detail. Oft ist dies die kritischste Phase, weil mehrere Anbieter im Rennen sind. Typische entscheidende Touchpoints:

Hier zeigt sich, wie gut Vertrieb, Presales und ggf. Consulting zusammenspielen. Viele Deals scheitern nicht an der Lösung, sondern daran, dass der Kunde intern keinen sauberen Entscheidungsweg aufgesetzt bekommt.

Purchase: Verhandlung ohne Vertrauensbruch

In der Verhandlung kommt der Einkauf ins Spiel, oft mit einer anderen Agenda als die Fachseite. Kritische Touchpoints:

Ich habe mehrfach erlebt, dass Deals nach monatelanger Evaluation in der finalen Runde kippen, weil sich der Kunde in der Verhandlung „respektlos behandelt“ fühlte. Zahlen sind wichtig, aber der Ton entscheidet, ob der Grundstein für eine Partnerschaft oder ein Misstrauensverhältnis gelegt wird.

Onboarding & Implementation: Der echte Start der Beziehung

Viele Unternehmen sehen den unterschriebenen Vertrag als Ziel. Für den Kunden ist es der Beginn des Risikos. Entscheidend:

Ein sauber gemanagtes Onboarding ist einer der stärksten Hebel für langfristige Kundenbindung – und die beste Vorbereitung für spätere Erweiterungen.

Retention & Expansion: Aus Kunden echte Partner machen

Wenn die Nutzung einmal läuft, verschiebt sich der Fokus von „Warum kaufen?“ zu „Warum bleiben?“ und „Warum ausbauen?“. Kritische Touchpoints:

Viele Unternehmen investieren massiv in den ersten Abschluss – und vernachlässigen genau diese Touchpoints. Das ist, als würden Sie beim Marathon nach Kilometer fünf das Trinken einstellen.

Wie Sie erfolgskritische Touchpoints identifizieren – jenseits von Bauchgefühl

Intuition ist hilfreich, aber selten neutral. Drei Quellen helfen, die wirklich kritischen Stellen aufzudecken.

1. Datenanalyse entlang des Funnels

Schauen Sie auf harte Fakten:

CRM- und Marketing-Automation-Daten sind hier Gold wert – wenn sie sauber gepflegt werden.

2. Qualitative Interviews mit Kunden

Zwei bis drei gut geführte Gespräche mit Kunden (Gewinnern und verlorenen Deals) liefern oft mehr Erkenntnis als jede Excel-Auswertung. Leitfragen können sein:

3. Shadowing: Deals systematisch begleiten

Begleiten Sie einige aktive Opportunities bewusst wie ein Beobachter:

Ein Vertriebsleiter sagte mir einmal nach so einem Shadowing: „Ich dachte immer, wir hätten ein Lead-Generierungsproblem. Tatsächlich haben wir ein ‚Wir-helfen-dem-Kunden-bei-der-internen-Abstimmung-nicht‘-Problem.“

Typische Fehler beim B2B-Customer-Journey-Mapping

Wer diese Fallstricke vermeidet, ist vielen Wettbewerbern bereits voraus.

Ein Praxisbeispiel: Wie ein Mittelständler seine kritischen Touchpoints fand

Ein Maschinenbauer, mit dem ich gearbeitet habe, war unzufrieden mit der Abschlussquote. Leads waren genug da, aber viele Projekte „versandeten“. Im Journey-Mapping identifizierten wir zwei entscheidende Punkte:

Wir haben dann genau diese Touchpoints aufgewertet:

Das Ergebnis nach sechs Monaten: Die durchschnittliche Sales-Cycle-Dauer sank um knapp 20 %, die Abschlussquote stieg spürbar – ohne ein einziges zusätzliches Lead.

Wie Sie jetzt starten – ein pragmatischer Fahrplan für die nächsten 4 Wochen

Wenn Sie das Thema angehen wollen, setzen Sie sich einen knappen, aber klaren Rahmen:

Wichtig: Starten Sie klein, aber konsequent. Eine teilweise umgesetzte, lebendige Journey ist wertvoller als ein perfektes Mural-Board, das niemand mehr anschaut.

Am Ende geht es beim Customer-Journey-Mapping im B2B nicht um bunte Diagramme, sondern um eine einfache Frage: „Helfen wir unseren Kunden, sicher und zügig eine gute Entscheidung zu treffen – oder stehen wir ihnen unbewusst im Weg?“ Wenn Sie anfangen, diese Frage systematisch an den entscheidenden Touchpoints zu beantworten, wird sich das in Ihren Sales-Zyklen, Ihrer Abschlussquote und – nicht zu unterschätzen – in der Qualität Ihrer Kundenbeziehungen bemerkbar machen.

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